Rheinterrassenweg 4: Von Alsheim nach Osthofen

Auf dem Rheinterrassenweg über Mettenheim und Bechtheim zur Bergkirche

Oberrhein: Blick auf Alsheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Blick auf Alsheim mit Heidenturmkirche

Diese Wanderung führt auf dem Rheinterrassenweg von Alsheim über Mettenheim und Bechtheim nach Osthofen (etwa 13 km). Sie ist bewusst kurz gehalten, damit noch genügend Zeit bleibt, diese vier Orte zu besichtigen. Wer möchte, kann die Wanderung in Mettenheim vorzeitig beenden (etwa 6 km ab Alsheim) oder dort wieder aufnehmen. Diese und die nächste Wanderung weichen von den „offiziellen“ Etappen des Rheinterrassenwegs zwischen Oppenheim und Osthofen ab, um drei Wanderungen zu zwei zusammenzufassen.

Alsheim

Die Wanderung beginnt am Bahnhof von Alsheim, der per Regionalbahn stündlich aus den Richtungen Mainz oder Ludwigshafen erreichbar ist. Von dort aus folgt man zunächst dem gelb markierten Zuweg, der durch den Ort hindurch führt.

In Alsheim gibt es einige Sehenswürdigkeiten, die man ohne große Umwege anschauen kann. Noch in der Nähe des Bahnhofs kommt man zuerst am Rathaus von 1739 vorbei, rechts die Bachstraße entlang kann man die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von 1742 sehen. Der Zuweg zum Rheinterrassenweg führt am Rathaus jedoch geradeaus weiter und gabelt sich kurz danach. Wir folgen dem Zuweg nach links Richtung Mettenheim durch die Taubertstraße und kommen bald in die Nähe der evangelischen Sankt-Bonifatius-Kirche aus der Zeit um 1200.

Man sollte das kurze Stück dorthin ruhig weiter gehen und sich die Kirche anschauen, denn sie ist eine von vier sogenannten Heidenturmkirchen, die es in Rheinhessen gibt. Die Heiden- oder Sarazenentürme dieser Kirchen haben ihren Namen von der orientalisch anmutenden Form. Man vermutet, dass die byzantinischen und arabischen Stilelemente im 12. und 13. Jahrhundert von heimkehrenden Teilnehmern an den Kreuzzügen mitgebracht wurden. Neben der Kirche in Alsheim, gibt es ähnliche Heidenturmkirchen in Dittelsheim, Gunterblum und Worms.

Mittelrhein: Hohlweg bei Alsheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Hohlweg bei Alsheim

Weißmühlbrunnen

Nach Besichtigung der Heidenturmkirche von Alsheim folgen wir dem Hahlweg und anschließend links einem Hohlweg den Hang hinauf. Die Hohlwege sind für diese Gegend typisch und dadurch entstanden, dass sich im Laufe der Jahrhunderte die von schweren Fuhrwerken befahrenen Wege im weichen Lösboden immer tiefer eingruben.

Mittelrhein: Weißmühlenbrunnen bei Alsheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Weißmühlenbrunnen bei Alsheim

Der Rheinterrassenweg folgt nun asphaltierten Wirtschaftswegen, die immer wieder als Hohlwege tief ins Gelände eingeschnitten sind. Nach etwa zwei Kilometern kommt zwischen den Weinbergen das Anwesen der Weißmühle in Sicht (keine Einkehrmöglichkeit). In unmittelbarer Nähe befindet sich der Weißmühlenbrunnen (etwa 2 km ab Alsheim), wo Bänke zu einer Pause einladen.

Odenwaldblick

Mittelrhein: Blick Richtung Alsheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick Richtung Alsheim

Anschließend steigt der Wanderweg stetig an und verläuft dabei immer wieder durch Hohlwege. Bald hat man aber die Anhöhe erreicht und kann bei gutem Wetter eine weite Fernsicht ins Rheintal genießen. Der Rhein macht dort einen weiten Bogen nach Osten und ist kaum zu sehen. In der Ferne kann man die vier Kühltürme und zwei Reaktorkuppeln des stillgelegten Atomkraftwerks Biblis sehen.

Mittelrhein: Blick auf Mettenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Mettenheim

Nach einem scharfen Linksknick führt der Rheinterrassenweg direkt auf einen Funkmast zu und biegt dort wieder nach rechts ab. Unmittelbar danach kommt man am Aussichtspunkt Odenwaldblick vorbei, einem kleinen Unterstand mit Plattform. Von dort aus kann man schon Mettenheim sehen.

Mettenheim

Oberhalb von Mettenheim trifft man noch auf eine Schutzhütte und kurz danach macht der Rheinterrassenweg eine Spitzkehre nach rechts. Dort hat man den Ortsrand von Mettenheim erreicht (etwa 5 km ab Alsheim, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten), und ich empfehle, noch ein Stück geradeaus zu gehen und den Ort kurz zu besichtigen. Sehenswert sind dort vor allem das um 1600 erbaute Rathaus, die evangelische Pfarrkirche aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und der historische Friedhof.

Mittelrhein: Rathaus von Mettenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Rathaus von Mettenheim

Mittelrhein: Pfarrkirche von Mettenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Pfarrkirche von Mettenheim

(Wer die Wanderung schon am Bahnhof in Mettenheim beenden möchte (etwa 6 km ab Alsheim), kann von dort mit der Regionalbahn stündlich in Richtung Mainz oder Ludwigshafen fahren.)

Nach der Besichtigung von Mettenheim kehrt man an die Spitzkehre des Rheinterrassenwegs am Ortsrand zurück, und der Wanderweg führt wieder die Anhöhe hinauf. Anschließend geht es auf asphaltierten Wirtschaftswegen durch Weinberge, bis man gut einen Kilometer hinter Mettenheim zu einem einzelnen Walnussbaum gelangt. Dort biegt der Wanderweg nach rechts ab und bald kommt Bechtheim in Sicht.

Bechtheim

Der Rheinterrassenweg führt zunächst oberhalb von Bechtheim entlang. Man kommt an mehreren alten Pflügen, einer Schutzhütte und an einem Wasserbehälter vorbei, der 1905 im neuklassizistischen Stil erbaut wurde. Anschließend biegt der Weg nach links ab und führt nach Bechtheim hinein (etwa 8 km ab Alsheim, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten).

Mittelrhein: Blick auf Bechtheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Blick auf Bechtheim

Der Wanderweg führt direkt durch Bechtheim hindurch. Man sollte sich ruhig die Zeit nehmen, den Ort zu besichtigen. Sehenswert sind dort unter anderem der Marktplatz mit einem Obeliskenbrunnen, die katholische Sankt-Lambert-Kirche aus dem 12. Jahrhundert und die evangelische Pfarrkirche von 1910.

Der Rheinterrassenweg verlässt Bechtheim am südlichen Ortsrand wieder, nachdem er die Unterführung einer ehemaligen Bahnstrecke passiert hat. Man geht nun überwiegend auf asphaltierten Wirtschaftswegen zunächst an einigen Gehöften vorbei und danach durch Weinberge. Nach einem Linksknick führt der Wanderweg an einem Rastplatz mit langen Bänken und Tisch vorbei, und von dort kann man schon Osthofen sehen.

Mittelrhein: Rastplatz mit Blick Richtung Osthofen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Rastplatz mit Blick Richtung Osthofen

Osthofen

Anschließend biegt der Weg wieder nach rechts ab und führt nun direkt auf den Ort zu. An der früheren Lorchsmühle erreicht man den Ortsrand von Osthofen (etwa 12 km ab Alsheim, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Das imposante ehemaligen Silogebäude der Mühle wurde in den 1920er Jahren im Art déco-Stil erbaut, in ihm befindet sich inzwischen eine Destillerie.

Mittelrhein: Weinberghäuschen Leckzapfen in Osthofen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Weinberghäuschen Leckzapfen

Der Weg führt aber zunächst nach links auf einem kleinen Weg am Ortsrand entlang. Nach etwa einem Kilometer trifft man auf eine Straße. Dort sieht man auf der gegenüber liegenden Seite das Weinberghäuschen „Leckzapfen“ aus dem 19. Jahrhundert, das wie eine kleine Burg aussieht.

Dort folgt man der Hauptstraße nach rechts in den Ort hinein. Nachdem man die Brücke über den Seebach überquert hat, kann man nach links in den Holzmühlpfad einbiegen, der einen direkt zum Bahnhof von Osthofen führt.

Oberrhein: Bergkirche in Osthofen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Bergkirche

Vorher sollte man aber noch einen Bummel durch den Ort machen. Sehenswert sind unter anderem die evangelische Kleine Kirche und das direkt angrenzende Rathaus, die beide aus dem 18. Jahrhundert stammen. Auch eine Besichtigung der katholischen Sankt-Remigius-Kirche aus dem 13. Jahrhundert und der evangelischen Bergkirche auf dem Goldberg aus dem 12. Jahrhundert lohnt sich.

Das auffälligste Bauwerk in Osthofen ist jedoch der sogenannte Schill-Turm. Das frühere Hochsilo einer inzwischen stillgelegten Mälzerei wurde in den 1960er Jahren mitten im Ortskern errichtet und ist fast 60 Meter hoch.

Gedenkstätte KZ Osthofen

Oberrhein: Gedenkstätte KZ Osthofen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Gedenkstätte KZ Osthofen

Wer Zeit hat sollte auch unbedingt die Gedenkstätte KZ Osthofen besuchen, die in der Nähe des Bahnhofs liegt. In der ehemaligen Papierfabrik befand sich eines der ersten Konzentrationslager des NS-Regimes. Dort wurden 1933/34 mindestens 3.000 politische Gegner interniert und misshandelt. Das Konzentrationslager in Osthofen diente der Schriftstellerin Anna Seghers als literarisches Vorbild für ihren Roman „Das siebte Kreuz“.

Von der Gedenkstätte aus ist es nicht mehr weit zum Bahnhof von Osthofen, wo diese Wanderung endet (etwa 13 km ab Alsheim). Von dort aus kann man per Regionalbahn stündlich in Richtung Mainz oder Ludwigshafen fahren.

Oberrhein: Blick auf Osthofen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Blick auf Osthofen

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