Rheinterrassenweg 3: Von Oppenheim nach Alsheim

Auf dem Rheinterrassenweg über Guntersblum zu den Heidenturmkirchen

Oberrhein: Blick auf Oppenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Blick auf Oppenheim

Diese Wanderung führt auf dem Rheinterrassenweg von Oppenheim über Guntersblum nach Alsheim (etwa 13 km). Sie ist bewusst kurz gehalten, damit noch genügend Zeit bleibt, diese drei Orte zu besichtigen. Wer möchte, kann die Wanderung in Guntersblum vorzeitig beenden (etwa 9 km ab Oppenheim) oder dort wieder aufnehmen. Diese und die nächste Wanderung weichen von den „offiziellen“ Etappen des Rheinterrassenwegs zwischen Oppenheim und Osthofen ab, um drei Wanderungen zu zwei zusammenzufassen.

Oppenheim

Die Wanderung beginnt am Bahnhof von Oppenheim, der per Regionalbahn stündlich aus den Richtungen Mainz oder Ludwigshafen erreichbar ist. Vom Bahnhof aus folgt man zunächst dem gelb markierten Zuweg, der einen über Bahnhofstraße und Mainzer Straße direkt zum Marktplatz führt.

Man sollte sich ruhig die Zeit für einen kleinen Stadtrundgang nehmen: Am Marktplatz findet man das Rathaus von 1621. Oberhalb davon liegt die Katharinenkirche aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, die als eine der bedeutendsten gotischen Kirchen am Rhein gilt. Außerdem sehenswert sind mehrere Türme der früheren Stadtbefestigung. Einer ist das Gautor, durch das der gelb markierte Zuweg über die Krämerstraße wieder aus dem Ortskern hinaus führt.

Oberrhein: Burgruine Landskrone bei Oppenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burgruine Landskrone bei Oppenheim

Oberhalb des Ortes trifft man dann auf den eigentlichen Rheinterrassenweg. Wer mag, kann dort zunächst noch nach rechts zur Burgruine Landskrone gehen. Dies ist hin und zurück ein Umweg von etwa einem Kilometer, aber der Abstecher lohnt sich. Ansonsten führt der Wanderweg jetzt nach links in Richtung Guntersblum.

Nach etwa knapp einem Kilometer auf asphaltierten Wirtschaftswegen erreicht man den Krötenbrunnen (etwa 2 km ab Oppenheim). Dort wurde der Rheinterrassenweg 2014 offiziell eingeweiht. In seiner heutigen Form stammt der Brunnen von 1976, ursprünglich geht er aber auf das 16. Jahrhundert zurück.

Oberrhein: Krötenbrunnen bei Oppenheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Krötenbrunnen bei Oppenheim

Bei Dienheim

Oberrhein: Falkenberghütte bei Dienheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Falkenberghütte bei Dienheim

Nach einem weiteren Kilometer kommt man zur Falkenberghütte, die von der Aufbaugemeinschaft Dienheim gestiftet wurde. Dort hat man einen schönen Blick auf Dienheim und die Rheinebene. Es lohnt sich auch, immer wieder nach Oppenheim zurückzublicken, wo die Burgruine Landskrone und die Katharinenkirche weithin sichtbar sind.

Oberrhein: Blick auf Dienheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Blick auf Dienheim und Oppenheim (links im Bild)

Ludwigshöhe

Oberrhein: Blick auf Ludwigshöhe - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Ludwigshöhe

Der Rheinterrassenweg führt weiter auf asphaltierten Wirtschaftswegen durch Weinberge. Nach einer Weile kreuzt der Wanderweg die Straße zwischen Dienheim und Uelversheim. Anschließend erreicht er den kleinen Ort Ludwigshöhe (fast 6 km ab Oppenheim, keine Einkehrmöglichkeit).

Ludwigshöhe geht auf den Ort Rudelsheim zurück, der im 8. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, aber 1819 nach einem Dammbruch zerstört wurde. Der Ort wurde danach auf der Anhöhe unter dem Namen Ludwigshöhe neu gegründet. Benannt ist der Ort nach dem damaligen Landesherrn, Großherzog Ludwig I. von Hessen-Darmstadt.

Vögelsgärtenbrunnen

Hinter dem Ort kommt man am Wasserbehälter Ludwigshöhe vorbei, der 1907 im Jugendstil erbaut wurde. Anschließend führt der Wanderweg ein kurzes Stück an der Straße zwischen Ludwigshöhe und Guntersblum entlang, die auf eine frühere Römerstraße zurückgeht.

Oberrhein: Vögelsgärtenbrunnen bei Guntersblum - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Vögelsgärtenbrunnen bei Guntersblum

Von der Straße biegt der Rheinterrassenweg nach rechts ab und verlässt für ein kurzes Stück die asphaltierten Wege. Auf einem Pfad durch Obstbaumwiesen gelangt man danach zum Vögelsgärtenbrunnen, der ein schöner Platz zum Rasten ist. Man beachte den schön gestalteten Widmungsstein von 1815 über dem Brunnenbecken.

Oberrhein: Hohlweg bei Guntersblum - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Hohlweg bei Guntersblum

Der Rheinterrassenweg verlässt den Wiesenpfad rasch wieder, taucht aber bald in einen der Hohlwege ein, die für diese Gegend typisch sind. Die Wege sind dadurch entstanden, dass sich im Laufe der Jahrhunderte die von schweren Fuhrwerken befahrenen Wege im weichen Lösboden immer tiefer eingruben.

Guntersblum

Oberrhein: Römerturm bei Guntersblum - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Römerturm bei Guntersblum

Der Hohlweg führt direkt zum sogenannten Römerturm, einem rund zehn Meter hohen Aussichtsturm von 1997. Er geht nicht auf antike Wehranlagen zurück, in der Nähe wurden jedoch Überreste eines römischen Gutshofes (Villa Rustica) entdeckt.

Anschließend erreicht man an einer Landstraße und einem Friedhof den Ortsrand von Guntersblum (etwa 8 km ab Oppenheim, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). Der Rheinterrassenweg biegt dort nach rechts ab und führt um Guntersblum herum. Ich empfehle aber nach links über die Eimsheimer Straße in den Ort hineinzugehen. Nach einigen hundert Metern biegt man dann nach rechts in die Hauptstraße ein und erreicht den Ortskern.

Direkt an der Hauptstraße kommt man am Neuen Schloss von 1789 vorbei, in dem heute ein Weingut ist. Weitere Sehenswürdigkeiten in Guntersblum sind das Leininger Schloss von 1708 und die benachbarte katholische Sankt-Viktor-Kirche von 1845 sowie die gleichnamige evangelische Sankt-Viktor-Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

Letztere ist eine von vier sogenannten Heidenturmkirchen, die es in Rheinhessen gibt. Die Heiden- oder Sarazenentürme der Kirchen haben ihren Namen von der orientalisch anmutenden Form. Man vermutet, dass diese byzantinischen und arabischen Stilelemente im 12. und 13. Jahrhundert von heimkehrenden Teilnehmern an den Kreuzzügen mitgebracht wurden. Neben der Kirche in Gunterblum, gibt es ähnliche Heidenturmkirchen in Alsheim (wohin diese Wanderung noch führt), Dittelsheim und Worms.

(Wer die Wanderung schon am Bahnhof in Guntersblum beenden möchte (etwa 9 km ab Oppenheim), kann von dort mit der Regionalbahn stündlich in Richtung Mainz oder Ludwigshafen fahren.)

Hangen-Wahlheim

Oberrhein: Leckbartheisje bei Guntersblum - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Leckbartheisje bei Guntersblum

Ab dem Leininger Schloss von Gunterblum führt ein gelb markierter Zuweg wieder zum eigentlichen Rheinterrassenweg zurück. Über die Schlossstraße geht es aus dem Ort hinaus und dann den Hang hinauf, bis man nach links in den Wanderweg Richtung Alsheim einbiegt. Auf asphaltierten Wirtschaftswegen geht es zunächst an einer Schutzhütte mit Weinfass vorbei. Anschließend gelangt man zu einem Aussichtspunkt mit einer modernen Schutzhütte, dem Leckbartheisje.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Weiler Hangen-Wahlheim (etwa 11 km ab Oppenheim, keine Einkehrmöglichkeit). Dort sollte man unbedingt den kurzen Abstecher zur Ruine der Maria-Magdalena-Kirche machen. Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert, wurde aber im Pfälzischen Erbfolgekrieg Ende des 17. Jahrhunderts zerstört.

Oberrhein: Kirchenruine Sankt-Maria-Magdalena in Hangen-Wahlheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Kirchenruine Sankt-Maria-Magdalena in Hangen-Wahlheim

Alsheim

Oberrhein: Schriftzug "Alsheimer Rheinblick" bei Alsheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Schriftzug „Alsheimer Rheinblick“

Nach Hangen-Wahlheim wandert man teilweise wieder durch Hohlwege. Es geht an einem Schild der Weinlage „Alsheimer Rheinblick“ vorbei – und an einer Schutzhütte mit einer ausgemusterten Weinpresse. Danach erreicht der Rheinterrassenweg den Ortsrand von Alsheim und das Bürgerhaus.

Dort verlassen wir den Hauptweg und folgen dem gelb markierten Zuweg zur Ortsmitte und zum Bahnhof. In Alsheim sollte man unbedingt die evangelische Sankt-Bonifatius-Kirche aus der Zeit um 1200 mit ihrem Heidenturm besichtigen. Außerdem sind die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von 1742 und das Rathaus von 1739 sehenswert.

Vom Rathaus aus ist es nicht mehr weit zum Bahnhof von Alsheim, wo diese Wanderung endet (etwa 13 km ab Nackenheim). Von dort aus kann man per Regionalbahn stündlich in Richtung Mainz oder Ludwigshafen fahren.

Oberrhein: Blick auf Alsheim - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Oberrhein: Blick auf Alsheim mit Heidenturmkirche

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