Rheinsteig 6: Von Lorch nach Kaub

Auf dem Rheinsteig über Lorchhausen nach Kaub

Mittelrhein: Blick auf Lorch und Burgruine Nollig - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Lorch und Ruine Nollig

Diese Wanderung führt auf dem Rheinsteig von Lorch über Lorchhausen nach Kaub (etwa 15 km). Wer mag kann die Wanderung ab dem Schenkelbachtal auch um rund drei Kilometer abkürzen.

Lorch

Diese Wanderung beginnt am Bahnhof von Lorch, der per Regionalbahn (Rheingaulinie) aus den Richtungen Wiesbaden und Koblenz stündlich erreichbar ist. Vom Bahnhof aus folgt man am besten der Rheinstraße in den Ort hinein.

Mittelrhein: Rathaus von Lorch - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Rathaus von Lorch

Dort kommt man am Hilchenhaus aus der Renaissance und am Wehrturm „Strunk“ aus dem Mittelalter vorbei. Man sollte sich auch noch die Zeit nehmen, am Markt die Sankt-Martin-Kirche aus dem 14. Jahrhundert und das klassizistische Rathaus von 1815 anzusehen.

Ruine Nollig

Anschließend folgt man den blau-weißen Markierungen des Rheinsteigs zur steinernen Brücke über das Flüsschen Wisper, auf der sich eine Statue des Heiligen Johannes Nepomuk befindet. Man überquert den Fluss und biegt dann nach rechts in die Wisperstraße ein. Danach führt der Wanderweg links durch einen schmalen Hohlweg den Hang hinauf. Nachdem man eine Brücke unterquert hat, biegt der Rheinsteig nach rechts ab und überquert dann diese Brücke.

Mittelrhein: Felsenpfad bei Lorch und Ruine Nollig - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Felsenpfad bei Lorch

Achtung! Bei schlechter Witterung sollte man nicht über die Brücke gehen, sondern als Ausweichstrecke dem Hohlweg weiter geradeaus folgen und dann am nächsten Weg scharf nach links einbiegen. Der Rheinsteig geht nämlich etwa 400 Meter nach der Brücke in einen kurzen Felsenpfad über, der mit Haltedraht und Steigeisen gesichert ist. Sie sollten den Pfad aber nicht bei Eis oder Nässe und nur mit gutem Schuhwerk betreten!

Lassen Sie sich dort nicht von Warnschildern irreführen, die eine Ausweichstrecke über den Rheinburgenweg empfehlen! Die Schilder stammen noch aus der Zeit vor 2010, als der Rheinburgenweg nicht nur links-, sondern auch rechtsrheinisch verlief.

Mittelrhein: Blick von Ruine Nollig auf Lorch - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Lorch

Mittelrhein: Ruine Nollig bei Lorch - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Ruine Nollig bei Lorch

Doch egal, ob man den Felsenpfald oder die Ausweichstrecke geht: Bald stößt man auf einen Rastplatz mit Tisch und Bänken direkt unterhalb der Ruine Nollig (etwa 2 km ab Lorch). Dort kann man einen Moment verschnaufen und hat nicht nur eine herrliche Aussicht auf Lorch, sondern auch auf Rheindiebach mit der Burgruine Fürstenberg auf der gegenüberliegenden, linken Rheinseite. Die Ruine Nollig ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Bei dem Bauwerk aus dem frühen 14. Jahrhundert handelt sich nicht um eine vollständige Burg, sondern vielmehr um einen besonders stark befestigten Wachturm.

Mittelrhein: Blick auf Rheindiebach und Burgruine Fürstenberg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Rheindiebach und Burgruine Fürstenberg

Lorchhausen

Mittelrhein: Blick auf Lorchhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Lorchhausen

Ab der Ruine Nollig folgt der Rheinsteig einem breiten Feldweg den Hang entlang. Bald kommt schon Lorchhausen in Sicht, und auf der gegenüberliegenden Rheinseite kann man Bacharach und Burg Stahleck sehen. Kurz vor Lorchhausen macht der Weg zwei Spitzkehren und führt dann ins Tal des Retzbachs hinein.

Mittelrhein: Clemens-Kapelle bei Lorchhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Clemens-Kapelle

Dort kommt erstmals die Clemenskapelle von 1909 ins Blickfeld. Wer einen Abstecher dorthin machen möchte, kann einfach an der nächsten Straße nach links die wenigen Meter zu der Kapelle gehen. Man kann dort auch auf dem gelb markierten Zuweg nach Lorchhausen hinunter gehen (Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten). (Wer die Wanderung schon am Bahnhof in Lorchhausen beenden möchte (etwa 4 km ab Lorch), kann von dort mit der Regionalbahn (Rheingaulinie) stündlich in Richtung Wiesbaden oder Koblenz fahren.)

Wir folgen aber weiter dem Rheinsteig rund um das Retzbachtal und Lorchhausen herum. Bald überquert der Wanderweg eine kleine Straße, den Talweg, und wendet sich anschließend nach einer scharfen Linkskehre wieder dem Rhein zu. Auf dem gesamten Weg hat man immer wieder schöne Ausblicke auf Lorchhausen und die Clemenskapelle.

Wirbelley

Mittelrhein: Panoramablick auf Lorchhausen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Panoramablick auf Lorchhausen

So kommt man am Ausgang des Retzbachtals am Aussichtspunkt Panoramablick vorbei, wo Tisch und Bänke sowie eine mit Wildrosen umrankte Laube zur Rast einladen (etwa 5 km ab Lorch). Dort hat man noch einmal eine schöne Aussicht auf Lorchhausen und das Rheintal.

Anschließend erreicht man nach etwa 600 Metern den Aussichtspunkt Wirbelley, der einen besonders schönen Blick auf Bacharach am gegenüber liegenden, linken Rheinufer bietet. Der Aussichtspunkt befindet sich etwas unterhalb des Rheinsteigs, aber man sollte die wenigen Meter dorthin unbedingt gehen und die Aussicht genießen. Dort hat man auch noch einmal Gelegenheit, auf einem gelb markierten Zuweg nach Lorchhausen hinabzusteigen.

Mittelrhein: Wirbellay-Blick auf Bacharach - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick vom Aussichtspunkt Wirbellay auf Bacharach

Kauber Blick

Mittelrhein: Brunnen Obertal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Brunnen Obertal

Nach dem Aussichtspunkt Wirbelley erreicht der Rheinsteig das Obertal, das er immer am Hang entlang führend umrundet. Dabei kommt man auch am Brunnen Obertal und einem Rastplatz vorbei, die beide 2011 von Lorchhausener Bürgern eingerichtet wurden. Auf dem folgenden Wegabschnitt kann man bereits Kaub sowie die Burgen Pfalzgrafenstein im Rhein und Gutenfels am Hang sehen.

Mittelrhein: Kauber Blick auf Burg Pfalzgrafenstein - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Kauber Blick

Danach erreicht man auch den Aussichtspunkt Kauber Blick (etwa 7 km ab Lorch). Er bietet weder den ersten noch unbedingt den schönsten Blick auf Kaub. Trotzdem sollte man dort die Aussicht ruhig einen Moment genießen, zumal wieder eine Bank zum Verweilen einlädt.

Grenzhäuschen

Mittelrhein: Weinausschank Grenzhäuschen im Niedertal - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Weinausschank Grenzhäuschen im Niedertal

Nach dem Kauber Blick erreicht der Wanderweg das Niedertal, in das er dem Hang folgend hinein führt. Dann wird der Waldweg schmaler und folgt dem Niedertalbach ein Stück bergauf. Mitten im Wald stößt man auf ein Grenzhäuschen, denn im Tal liegt die Landesgrenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz. Dort befindet sich auch ein Rastplatz mit Tischen, Bänken und einer Hütte, wo an bestimmten Tagen Wein ausgeschenkt wird.

Nachdem der Rheinsteig die Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz überquert und das Niedertal umrundet hat, wendet er sich wieder dem Rhein zu. Nun geht es wieder weitgehend ohne größere Steigungen oder Gefälle durch den Wald am Hang entlang. Dabei hat man immer wieder herrliche Ausblicke ins Rheintal, bei denen man nicht nur Kaub mit den Burgen Pfalzgrafenstein und Gutenfels sehen kann, sondern im Hintergrund auch Oberwesel mit der Schönburg.

Mittelrhein: Blick auf Burg Pfalzgrafenstein, Kaub und Burg Gutenfels - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Burg Pfalzgrafenstein, Kaub und Burg Gutenfels

Rennseiterstollen

Mittelrhein: Wegweiser nach Kaub - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Wegweiser nach Kaub

Gut eineinhalb Kilometer nach dem Grenzhäuschen stößt der Rheinsteig auf eine Abzweigung nach links, die eine Abkürzung nach Kaub bietet (etwa 9 km ab Lorch, siehe Bild rechts). Wer diesem direkten Weg folgt, erreicht nach knapp zwei Kilometern den Bahnhof von Kaub (etwa 11 km ab Lorch). Ich empfehle jedoch, nach rechts weiterhin auf dem Rheinsteig zu wandern.

Mittelrhein: Blick auf Burg Pfalzgrafenstein, Kaub und Burg Gutenfels - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Blick auf Burg Pfalzgrafenstein, Kaub und Burg Gutenfels

Der Waldweg erreicht nun das Schenkelbachtal, in das er nach rechts hinein führt. Etwa einen Kilometer hinter der Abzweigung nach Kaub überquert der Weg dann den Schenkelbach und macht wieder eine scharfe Linkskehre. Anschließend kommt man an einer Schutzhütte vorbei und bald darauf an einer zweiten. Dort macht der Wanderweg eine scharfe Wende nach rechts und biegt nun in das Volkenbachtal ein.

Bald erreicht man eine kleine Straße und die Gebäude des ehemaligen Rennseiterstollens (etwa 12 km ab Lorch). Dort und in mehreren benachbarten Stollen der Grube Wilhelm-Erbstollen wurde früher Schiefer abgebaut. Der Rheinsteig macht an dieser Stelle eine scharfen Linkskehre und wendet sich nun endgültig Kaub zu.

Burg Gutenfels

Mittelrhein: Burg Gutenfels oberhalb von Kaub - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burg Gutenfels oberhalb von Kaub

Bald kommt oberhalb von Kaub die Burg Gutenfels aus dem 13. Jahrhundert in Sicht, die ein gut erhaltenes Beispiel für den staufischen Burgenbau ist. Der Rheinsteig macht schon vor der Burg einen scharfen Linksknick und führt dann nach Kaub hinab. Ich empfehle jedoch, noch bis zur Burg zu gehen, auch wenn sich die Anlage in Privatbesitz befindet und nicht besichtigt werden kann.

Von dort aus hat man erneut einen herrlichen Ausblick auf Kaub mit der Burg Pfalzgrafenstein im Rhein, den man unbedingt noch genießen sollte. Etwas stromabwärts auf der gegenüber liegenden Rheinseite kann man Oberwesel mit der Schönburg sehen.

Kaub

Bei Burg Gutenfels führt ein weiterer Weg in Serpentinen nach Kaub hinab. Jetzt ist es nicht mehr weit zum Bahnhof von Kaub (etwa 15 km ab Lorch, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten), wo diese Wanderung endet. Von dort aus kann man per Regionalbahn (Rheingaulinie) stündlich in Richtung Koblenz oder Wiesbaden fahren.

Mittelrhein: Metzgergasse in Kaub - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Metzgergasse in Kaub

Es lohnt sich, noch Kaub zu besichtigen. In dem Ort sind vor allem die sechs Türme und der arkadenüberdeckte Wehrgang zwischen Altem Rathaus und Mainzer Torturm interessant. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Blüchermuseum und die Doppelkirche, in der die evangelische Sankt-Trinitatis-Kirche und die katholische Sankt-Nikolaus-Kirche vereint sind.

Burg Pfalzgrafenstein

Mittelrhein: Fährboot und Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Burg Pfalzgrafenstein

Wer Zeit hat, sollte auch noch mit dem kleinen Fährboot zur Burg Pfalzgrafenstein übersetzen. Sie geht auf das frühe 14. Jahrhundert zurück und wurde als Zollstation für die Rheinschifffahrt erbaut. Ich empfehle, dem ausgeschilderten Rundweg in der Burg zu folgen, der einen durch alle Arkaden- und Wehrgänge der Ringmauer und den Turm leitet.

Mittelrhein: Blick von Burg Gutenfels auf Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Kaub und Burg Pfalzgrafenstein

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