Rheinburgenweg 1: Von Bingen nach Niederheimbach

Auf dem Rheinburgenweg durch den Binger Wald zur Burg Sooneck

Mittelrhein: Blick am Rheinburgenweg auf Burg Ehrenfels bei Bingen - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Burgruine Ehrenfels bei Bingen

Wer den Rheinburgenweg in Bingen beginnt, kann das erste Stück nach Trechtingshausen wandern. Ich schlage jedoch einen anderen Weg vor, der über Burg Sooneck direkt nach Niederheimbach und der Heimburg (auch Burg Hohneck genannt) führt (etwa 17 km). Dabei verpasst man zwar den Abschnitt des Rheinburgenwegs über das Schweizerhaus, Burg Rheinstein und Trechtingshausen mit Burg Reichenstein, doch hierfür schlage ich eine eigene Wanderung (etwa 9 km) vor.

Diese Wanderung beginnt am Binger Hauptbahnhof (Bingen Hbf, nicht Bingen Stadt!), der per Regionalbahn (Mittelrheinbahn), Regionalexpress und Intercity gut angebunden ist. Leider ist hier der Einstieg in den Rheinburgenweg schwer zu finden, weil die Beschilderung des Zuwegs lückenhaft oder sogar falsch ist. Deshalb orientiert man sich am besten zunächst an der Beschilderung für den Fußweg zum Binger Wald und den Soonwaldsteig. Spätestens wenn man im Wald oberhalb von Bingen den Gedenkstein für „den durch ruchlose Hand am 25. IV. 1920 erschossenen Förster Peter Dammer“ erreicht hat, kann man aber den Zeichen den Rheinburgenwegs folgen.

Forsthaus Heiligkreuz

Der Rheinburgenweg berührt in diesem Abschnitt mehrere Stationen eines Waldlehrpfads mit Informationen über forstwirtschaftliche, kulturhistorische und ökologische Gesichtspunkte des Binger Waldes. Man wandert an Aussichtspunkten auf die Burgruine Ehrenfels und auf Assmannshausen vorbei, die auf der anderen, rechten Rheinseite liegen. Schließlich erreicht man die Zufahrt zum Forsthaus Heiligkreuz (etwa 3 km ab Bingen Hbf, keine Einkehrmöglichkeit), doch der Rheinburgenweg lässt es rechts liegen und folgt einem Forstweg.

Mittelrhein: Ehemaliger römischer Gutshof (Villa Rustica) im Binger Wald am Rheinburgenweg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Ehemaliger römischer Gutshof (Villa Rustica) im Binger Wald

Kurz darauf kommt man im Wald an einer kleinen Hängebrücke vorbei – es ist nicht nur für Kinder ein Spaß, auf ihr wackelnd hin und zurück zu laufen! Unsere Strecke führt aber nicht über die Brücke, sondern folgt auf dem Forstweg weiter dem Rheinburgenweg. Wenig später erreicht man das Ausgrabungsgelände eines ehemaligen römischen Gutshofes (Villa Rustica) aus dem 2. Jahrhundert. Da man in späteren Jahrhunderten die Ruinen nicht mehr einordnen konnte, findet man hierzu auf Karten auch den irrtümlichen Flurnamen „Altes Kloster“. Auf Schautafeln wird das frühere Aussehen des Gutshofes und der Alltag der damals lebenden Menschen anschaulich dargestellt.

Steckeschlääferklamm

Mittelrhein: Steckeschlääferklamm im Binger Wald am Rheinburgenweg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Steckeschlääferklamm im Binger Wald

Nachdem man im weiteren Verlauf des Rheinburgenwegs zweimal eine Straße überquert hat, erreicht man die Steckeschlääferklamm. Die kleine, enge Schlucht (Klamm) ist nach Wanderern benannt, die ihre (Wander-)Stöcke schleifend hinter sich her ziehen. Der Weg überquert mehrmals auf kleinen Stegen den Hasselbach in der Klamm. Man beachte die zahlreichen phantasievollen Gesichter von „Baumgeistern“, die hier auf Baumstämme und -stümpfe geschnitzt und gemalt wurden. Nach ihnen ist auch der Rundwanderweg „Baumgeister-Tour“ durch den Binger Wald benannt.

Mittelrhein: Forsthaus Jägerhaus im Binger Wald - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Forsthaus Jägerhaus im Binger Wald

Nach der Steckeschlääferklamm biegt der Rheinburgenweg nach rechts ab und folgt bergab dem Morgenbachtal zum Schweizerhaus und zur Burg Rheinstein. Ich empfehle jedoch, geradeaus die wenigen Meter zum Forsthaus Jägerhaus weiter zu gehen (etwa 6 km ab Bingen Hbf), wo es eine Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit gibt. Von dort aus folgt man etwa eineinhalb Kilometer dem breiten Fahrweg zu den Gerhardshöfen (keine Einkehr-, aber Übernachtungsmöglichkeit), wo man wieder auf den Rheinburgenweg trifft. Durch diese Abkürzung kann man den Rheinburgenweg um rund acht Kilometer verkürzen. Allerdings verpasst man das Schweizerhaus, Burg Rheinstein und Trechtingshausen mit Burg Reichenstein, doch hierfür schlage ich eine eigene Wanderung (etwa 9 km) vor.

Sieben-Burgen-Blick

Mittelrhein: Sieben-Burgen-Blick-Turm im Binger Wald am Rheinburgenweg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Sieben-Burgen-Blick-Turm im Binger Wald

Ab den Gerhardshöfen folgt man dem Rheinburgenweg auf einem sanft bergauf führenden Forstweg durch den Trechtingshauser Wald. Nach rund vier Kilometern steht man unvermittelt vor dem hölzernen Sieben-Burgen-Blick-Turm (etwa 12 km ab Bingen Hbf), der zwar bloß knapp zehn Meter hoch ist, aber einen herrlichen Rundblick ins Rheintal ermöglicht. Eine Tafel auf dem Turm erläutert, welche Burgen man in der Umgebung sehen kann: Direkt unterhalb des Turms liegt Burg Sooneck, rheinabwärts sieht man als nächstes auf der linken Rheinseite schon das Ziel dieser Wanderung mit Niederheimbach und der Heimburg. Weiter stromabwärts ebenfalls linksrheinisch kann man Burgruine Fürstenberg bei Rheindiebach und in der Ferne Burg Stahleck bei Bacharach erkennen. Außerdem kann man in der gleichen Richtung bei guter Sicht am Horizont Schloss Schöneck im Hunsrück ausmachen. Auf dem anderen, dem rechten Rheinufer kann man oberhalb von Lorch die Burgruine Nollig und die Ruine der Kammerburg erkennen.

Mittelrhein: Sieben-Burgen-Blick am Rheinburgenweg rheinabwärts - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Sieben-Burgen-Blick rheinabwärts

Burg Sooneck

Unterhalb des Sieben-Burgen-Blick-Turms folgt der Rheinburgenweg einem steilen, ausgetretenen Pfad bergab. Dies ist das einzige schwierige Stück der Wanderung und es ist ziemlich kurz. Bitte betreten Sie den Pfad trotzdem nicht bei Eis oder Nässe und nur mit gutem Schuhwerk! (Alternativ kann man am Sieben-Burgen-Blick-Turm einfach weiter dem Forstweg folgen und an der nächsten Gabelung rechts abbiegen – dann immer geradeaus, bis man wieder auf den Rheinburgenweg trifft.)

Nach kurzer Zeit erreicht man einen Parkplatz unterhalb von Burg Sooneck. Hier kann man nach links direkt zum Ziel dieser Wanderung nach Niederheimbach und Burg Hoheneck gehen. Ich empfehle aber, noch den kurzen Abstecher zu Burg Sooneck zu machen (etwa 14 km ab Bingen Hbf) und diese zu besichtigen. Die Besichtigung kostet Eintritt und auf der Burg gibt es eine Einkehrmöglichkeit.

Niederheimbach

Nach Burg Sooneck wandern wir zurück zum Parkplatz unterhalb der Burg und weiter Richtung Niederheimbach. Der Rheinburgenweg führt direkt an der Heimburg (auch Burg Hohneck genannt) vorbei, die aber in Privatbesitz ist und nicht besichtigt werden kann. Direkt beim Ortskern liegt der Bahnhof von Niederheimbach (etwa 17 km ab Bingen Hbf). Von hier aus kann man mit der Regionalbahn (Mittelrheinbahn) stündlich weiter Richtung Koblenz oder zurück nach Bingen fahren.

Mittelrhein: Blick auf Niederheimbach und die Heimburg (auch Burg Hoheneck genannt) am Rheinburgenweg - Foto: Stefan Frerichs / RheinWanderer.de

Mittelrhein: Blick auf Niederheimbach und die Heimburg (auch Burg Hoheneck genannt)

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